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Bildpräsentation: Das Blätter-PDF

Beim Thema Bildpräsentation denken die meisten an Galerien auf ihrer Website. Die sind ideal, wenn man Einzelbilder zeigt (Werbefotografie, Porträts). Aber schon bei einem umfangreicheren Fotoprojekt ist es selten optimal, alle Fotografien in gleicher Größe zu präsentieren – und womöglich ohne Begleittext oder Bildunterschriften.

Präsentieren Sie doch neben Ihrem Portfolio auch einmal eine thematische Zusammenstellung! Bieten Sie Ihren Kunden an, sich diese Vorschläge downzuloaden und aufzubewahren. Ideal hierfür ist das PDF – vor allem seit Google den Text in PDFs ausliest und diese bei der Suche anzeigt. Mit ansprechend zusammengestellten PDFs erhöhen Sie massiv Ihre Präsenz im Netz.

PDFs sind super für die Akquise

PDF’s kennen Sie und haben Sie vielleicht auch schon einmal aus Ihrem Bildmaterial kreiert: kleine Reportagen von einer Reise; Bilder von einer Messe, die Sie für Kunden aufbereiten; spezielle Aufnahmetechniken, die Sie neu anbieten möchten; eine Querauswahl aus Ihrem Bildbestand, die genau auf Ihre Zielgruppe ausgerichtet ist.

Die Frage, die sich stellt, ist ja stets: Wie macht man es so, dass es gut aussieht? Das betrifft einerseits das Layout, andererseits die Technik. Blätter-PDFs sind ziemlich angesagt, zumal wenn man seine Bildstrecke oder ein gedrucktes Editorial auf dem iPad zeigt.

Meine Layouts entstehen alle in InDesign. Ich benutze noch eine ältere Version, in der sich zwar Blätter-PDFs einfach generieren lassen, aber nur als Flash-Datei. Und das ist inzwischen ja völlig sinnlos, weil es nicht auf Mobilgeräten funktioniert. Der Vorteil wäre, dass man sein PDF bei sich selbst hosten kann. Das ist aus meiner Sicht auch ein gewichtiges Argument für das klassische, dann aber nicht blätterbare PDF.

Umwandeln von PDFs in Blätter-PDFs: kostenlos

Eine schon lange etablierte Alternative ist die Plattform Issuu.com, auf der ich beispielsweise Leseproben aus meinen Büchern eingestellt habe. Das sieht so aus. In der Basisversion ist Issuu kostenlos. Die komfortablere, werbefreie Version schlägt aber mit 35 USD monatlich zu Buche.

Deutlich aktueller hinsichtlich Medienintegration und besser auf Mobilgeräten lesbar scheint mir Yumpu.com aus der Schweiz zu sein. Für WordPress gibt es ein Plugin, das sich bei mir auf dem üblichen Weg gar nicht, sondern nur per FTP installieren ließ. Nach der Aktivierung und Eingabe des API-Keys konnte ich erfolgreich die PDF-Datei über das Plugin hochladen. Aber weder in der Menüleiste noch in der Liste funktioniert „Insert Shortcode“. Mit anderen Worten: Das Plugin ist nutzlos. Ich musste mir einen Embedcode auf der Yumpu-Website suchen. Und dann der Schock: Alle Fotos haben Pseudoschatten und -Glanz. Das mag für einen Aktionsprospekt vom Discounter ideal sein. Für meine Fotos möchte ich das nicht. Und für Ihre auch nicht.

Probieren Sie es selbst aus. Bei Yumpu gibt es einen kostenlosen Account sowie einen werbefreien für 8 Euro pro Monat. Hinzu kommen Bezahloptionen, sein Produkt in einen Kiosk einzustellen. Diese Optionen sowie die weiteren auf dem Markt verfügbaren Angebote richten sich an Publisher, die Magazine herausgeben und digital verbreiten wollen. Sie sind entsprechend hochpreisig.

Layouten ohne Vorkenntnisse

Wer kein professionelles Layoutprogramm auf dem Rechner hat, und wer überhaupt wenig Erfahrung mit dem Layouten mitbringt, sollte sich Papermine ansehen. Das in Florenz ansässige Unternehmen gibt verschiedene Templates vor. Man kann das PDF direkt darin erstellen, neuerdings auch eines importieren. Für Ungeübte sind Templates ein deutlich einfacherer Weg zu professionellen Ergebnissen. Immerhin werden bei Papermine die Bilder nicht durch plastische Effekte ruiniert.

Für die Anmeldung eines kostenlosen Probemonats muss man seine Kreditkartendaten angeben. Eine Fortsetzung kostet dann stolze 19 Euro pro Monat. Kündigt man vor Ende des Probemonats, ist das erstellte Booklet zwar nicht verloren, aber nicht mehr sichtbar. Eine kleinliche Regelung.

Open larger view

In 10 Minuten zum eigenen Booklet?

Zeitintensiv ist auf jeden Fall die Bildauswahl. Sie sollte unbedingt vorher getroffen und in einem Ordner in der entsprechenden Pixelbreite abgelegt sein. Kommt man auf die Idee, ein Video zu integrieren, stößt man schnell an Grenzen, beziehungsweise wäre gezwungen, das Video in einem anderen Programm erst einmal auf die zulässige Größe zu stutzen. Mir hat das Hochladen ohnehin zu lange gedauert. Das mag aber an meinem Telekom-Country-DSL liegen. Ich habe dann im Phnom Penh-Booklet einen YouTube-Link gesetzt.

Denken Sie daran, Text zu integrieren, sonst hat Google kein Futter und der potenzielle Interessent weiß nicht, was ihm diese Bildpräsentation sagen soll. Ich habe auf weiterführende Angaben verzichtet, weil ich mit meinen PDFs nichts verkaufen will.

Wer mit der Fotografie sein Geld verdient, dem sei aber dringend angeraten, im PDF zur eigenen Website zu verlinken und gleich vorne die Kontaktdaten einzufügen. Sinnvoll wäre es zudem, anzugeben, was Sie anzubieten haben. Ein Satz wie: „Auch für Ihr Unternehmen realisiere ich gerne eine solche Reportage“, macht beispielsweise klar, dass Sie nicht Ihre abgebildeten Fotos verkaufen, sondern Aufträge annehmen wollen.

Ein Wort noch zu den gewerblich tätigen Fotografen, also jenen im B2C-Geschäft: Das ist eine super Sache für Hochzeiten oder Events. Sie können Ihren Kunden ein Booklet anbieten, das diese auf ihrer Facebookseite integrieren können – und dort für Sie werben! Da sind dann die monatlich zu zahlenden Beiträge durchaus gut investiert.

Welche Erfahrungen machen Sie mit der PDF-Bildpräsentation?

Nach dem Ausprobieren verschiedener Anbieter kehre ich zurück zum klassischen PDF, das ich auf meinen eigenen Server hochladen kann. Was finden Sie besser: Klassische PDFs oder solche mit Blätterfunktion? Kennen Sie einen Anbieter, mit dem Sie gute Erfahrungen gemacht haben?

Nachtrag vom 14.1.2017: Was ich leider selbst vor lauter Design und Textkorrektur bei meinen selbstgehosteten PDFs vergessen habe und nun noch nachholen muss: Das Ausfüllen der Metadaten (PDF – Eigenschaften). Bitte denken Sie daran.

HINWEIS auf meinen Workshop mit Gerhard Hagen zur Architekturfotografie / Fotografie urbaner Landschaften. Das Ergebnis lässt sich in solch einem PDF präsentieren.

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