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Die Orte und Objekte des Patrik Fuchs

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Die sehr skulptural wirkenden Arbeiten des Schweizer Fotografen Patrik Fuchs fielen mir auf der Photo 10 in Zürich auf. Für mich stachen sie geradezu heraus aus einer Masse eher beliebiger, oft leider richtig langweiliger Fotografien. Bestechend ist die Schlichtheit des Motivs im Kontrast zu der handwerklich perfekten Form der Präsentation. Im ersten Moment hielt ich die erheblich vergrößerten Gebilde überhaupt nicht für real. Tatsächlich aber hat Patrik Fuchs die Vogelhäuschen so vorgefunden – sie dann allerdings im Studio fotografiert. Er sagt dazu:

Verwundert durch die liebevolle Machart und zugleich fasziniert von ihrer vermenschlichten Formgebung sind mir die Behausungen – als sichtbar gemachte Verstecke – immer wieder aufgefallen. Es haftet ihnen etwas Heimeliges und Gemütliches, aber auch Geheimnisvolles an. Inszeniert aus der Dunkelheit heraus: sachlich und kühl, wie im Mondschein, um den Blick für die architektonische Vielfalt und die Spuren der Verwitterung, die das einzelne Objekt zum Unikat werden lässt, zu schärfen. Zudem weisen die Fotografien auf den Innenraum, dessen Eingang allerdings genauso düster ist, wie die Ungewissheit der nachtschwarzen Umgebung. So erzählt jedes eine eigene Geschichte vom Zusammenwirken von Mensch und Tier und von der Sehnsucht nach Sicherheit und Geborgenheit.

Patrik Fuchs, Jahrgang 1973, wird heute wegen seiner Bildsprache gebucht. Die fand er allerdings nicht ohne Umwege. Nach seiner Ausbildung zum Fotografen war er zunächst einige Jahre als freischaffender Assistent tätig. Dann war er 28 Jahre alt „und ich fühlte mich bereits ausgebrannt. Ich hatte mich verloren oder noch gar nie gefunden – und machte mich mit einem alten Bus auf zu einer Reise nach mir selber. Die gesuchte Einsamkeit tat mir gut.“ Nach der Selbstfindungstour arbeitete er als Locationscout und Produktionsassistent, um sich ein eigenes Fotostudio finanzieren zu können. Heute lebt Fuchs mit Frau und Sohn in Zürich und hat sich als Fotograf etabliert. Neben den kommerziellen Arbeiten entstehen freie Projekte, wobei Fuchs den inneren Jäger und Sammler kultiviert. Sein Blick ist dabei immer hintergründig und nie auf das offensichtlich Schöne gerichtet. Eine Reihe heißt „Wetterseite“ und zeigt die von Schnee und Wind gegerbten Fassaden von Scheunen oder er sammelt – da paßt das Bild vom Jäger ganz direkt – Schießstände. Ähnlich skulptural wie die Vogelhäuschen ist auch die Grimsel-Serie, eigentlich dem Genre der Landschaftsfotografie zuzuordnen, aber der Begriff „Stillleben“ drängt sich auf. Patrik Fuchs zeigt eben einen ganz individuellen Blick auf stille Landschaftsdetails.

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Patrik Fuchs wird repräsentiert von der Tina Aich Fotografenagentur.