Vom 14. bis 16. Mai 2010 findet in Frankfurt der ADC-Gipfel unter dem Motto „The Clash of Creative Cultures“ statt. Beruhigend in diesen veränderlichen Zeiten ist, dass etliche Artdirektoren, oder besser Werber, immer noch so aussehen wie früher, beispielsweise mit nach hinten gegelten Haaren, die sich im Nacken kringeln. Die Präsentation der Fotos in der Halle 5 auf dem Frankfurter Messegelände finde ich erbarmungswürdig. Anzeigen kann man auf schwarze Pappen kleben, Fotos nicht. Und alle Arbeiten statt mit Namen mit Nummern zu präsentieren, mag für eine Jurierung taugen, aber nicht als Ausstellung.
Von den etlichen parallel laufenden Vorträgen in der Stadt habe ich mir den des britischen Designers Paul Smith ausgesucht. Der ist wirklich so lässig und humorvoll, wie seine berühmten Streifenhemden vermuten lassen. Die einstündige Präsentation über Inspiration und Business hätte ich nicht missen mögen. Seine Aussage „Effort is free of charge“ (Es kostet nichts, sich anzustrengen) spiegelt das Realistisch-Bodenständige seines ganzen Auftritts. Vom Schauspielhaus, in dem nach Smith Wladimir Klitschko sprach, gings in den Zoo.
Dort, im Palais im Zoo, fand die UpDate, Salon für Fotografie, statt. Fotografen konnten sich bewerben, um in der Präsenzbibliothek ihre Mappe auszulegen, die aber – zumindest am Nachmittag – kaum angesehen wurden. Überhaupt vermittelte die Veranstaltung mir den Eindruck, die Repräsentanzen seien nett unter sich und die „Kreativen“ auf dem ADC-Gipfel oder gar in der Agentur. (Ich werde mich noch erkundigen, wie es abends war und das nachtragen.)
Dies als schneller, kleiner Einblick ins Geschehen für alle, die heute nicht in Frankfurt sein konnten, oder die morgen noch zum „Future Congress“ fahren.
Update zur Update vom 17.5.2010:
Die mit einer Mappe in der Präsenzbibliothek vertretene Fotografin Alina Gross berichtet, sie sei noch bis 21 Uhr geblieben, und das habe sich gelohnt, weil sie Rolf Scheider, ehemals Juror von Germanys next Topmodel, wieder getroffen und sich mit ihm unterhalten habe. Zwei Agenturen haben sich auf dem in der Mappe liegenden Zettel eingetragen, und damit bekundet, das Portfolio angesehen zu haben. Den Kontakt wird sie auf jeden Fall aufnehmen.
Sebastian van den Akker war mit seiner Repräsentantin Gunda Patzke auf der UpDate. „Insgesamt hat es mir sehr gut gefallen“, antwortet er auf meine Frage nach seinem Resümee. „Auch von anderen Besuchern hörte ich ein durchweg gutes Feedback. Die Atmosphäre fand ich eigentlich ganz angenehm. Gut war wohl auf jeden Fall die Kombination mit dem ADC-Kongress. Ich habe einige Leute, die ich bei der UpDate letztes Jahr in Berlin kennengelernt habe, wieder getroffen und bin mit einigen Leuten ins Gespräch gekommen über meine Mappe.“ Sebastian van den Akker, der gerade mit einer Bildstrecke in „Nido“ vertreten ist, findet speziell in den Zeiten von Email- und Telefon-Kommunikation den direkten Kontakt wichtig und solch eine Veranstaltung eine gute Gelegenheit dazu.
9 Antworten
Gut das zu wissen, habe ich doch überlegt mich mit meinem Portfolio dort zu bewerben, aber dann befürchtete ich, dass es doch zu unpersönlich sein könnte, denn der persönliche Eindruck ist wichtig und neben der guten Bilder die halbe Miete – so war meine Erfahrung bisher bei solchen Reviews.
Das sehe ich ganz genauso.
Ich hab kurz eine Frage. Wie heißt der/die Fotograf/in der/die seine/ihre Arbeiten neben den von Nadav Kanders hat? [Mit dem coloerkey]
Wie schon berichtet, gab es nur Nummern, keine Namen. Ich kann es daher leider nicht identifizieren.
Übrigens den Kalender von F1online gibt es auch Online hier:
http://issuu.com/f1online/docs/kalender_ponyhof
Vielen Dank für den interessanten Einblick und auch das Update. Ansonsten wird über solche Veranstaltungen ja leider immer wenig berichtet.
Vor allem die Mappen hätten mich interessiert, war aber leider in Berlin.
Fotografen, die nicht eingeladen waren, hatten da keinen Zugang!
der fotos links neben nadav kander sind von achim lippoth
er hat auch ne website, und ist eigentlich ziemlich bekannt!
lg. aus spanien.